Organ donation.
The gift of life.

Mir geht es gut!

Ich bin am 1. Oktober 1979 als mittleres von drei Kindern auf die Welt gekommen. Ich wuchs in Oberuzwil auf, wo ich eine unbeschwerte und fröhliche Kindheit geniessen durfte. Mein Bewegungsdrang führte mich im Alter von elf Jahren zu einem Schnuppertraining des regionalen Badmintonclubs. Schnell hatte ich Feuer für diese Sportart gefangen, die ich fortan mit viel Leidenschaft, Freude und Ehrgeiz ausübte. Während dieser intensiven Badmintonzeit lernte ich viel über meinen Körper und mentale Kraft. 


Nachdem ich zwei Mal Juniorenschweizermeisterin im Doppel und ein Mal im gemischten Doppel war und gerade dabei war, Fuss in der Nationalliga A zu fassen, erkrankte ich am 17. April 1998 an einer bakteriellen Hirnhautentzündung. Über Nacht hatte sich alles verändert. Meine körperliche Verfassung war auf dem Nullpunkt. Ich hatte einen Teil meiner Fingerkuppen als Folge der Krankheit verloren und erlitt irreversible Schäden an meinen Nieren und war fortan auf Dialyse angewiesen. 

So lernte ich im jungen unbeschwerten Alter von 18 die happige Lektion, dass nichts im Leben permanent ist, dass alles in Bewegung ist und uns Veränderungen immer wieder fordern. Mit kleinen Schritten kämpfte ich mich zurück. Der Weg erforderte viel Geduld und Ausdauer. Hadern oder Aufgeben war kein Thema. Anstatt die Energie für Fragen aufzuwenden, die nicht beantwortet werden können, entschloss ich mich bewusst, nach vorne zu schauen. Ich bin überzeugt, dass die Erfahrungen, die ich mit und dank dem Sport machen durfte, mir auf diesem Weg zugute kamen. Zudem durfte ich auf enorme Unterstützung durch Freunde und Familie zählen. Ein Jahr nach meiner Erkrankung spendete mir mein Vater eine Niere. Ich bin glücklich und dankbar, bald mein 15-jähriges Transplantationsjubiläum zu feiern. 

Vor zwei Jahren übernahm ich das Sportpräsidium des Schweizerischen Transplantierten Vereins. Ich möchte mit gutem Beispiel vorangehen und Mut machen, nach einer Transplantation wieder Sport zu treiben. Zudem möchte ich möglichst viele motivieren, an europäischen Spielen und Weltmeisterschaften für Transplantierte teilzunehmen. Diese Spiele sind geprägt von Wertschätzung an das Leben und Dankbarkeit gegenüber dem Spender. Sie bieten auch eine sensationelle Möglichkeit, mit anderen Transplantierten in Kontakt zu treten und sich auszutauschen. Zudem zeigen sie, dass nach einer Transplantation wieder ein „normales“ Leben möglich ist und fördern so das Bewusstsein für Organspende.

Fazit:

  • Höre auf deinen Körper und trage Sorge zu ihm.
  • Schaue vorwärts, es ist die einzige Richtung, auf die du Einfluss nehmen kannst.
  • Pflege Freundschaften und Familie.
  • Sei dankbar für kleine und grosse Erfolge.
  • Glaube an dich.
  • Akzeptiere deine Grenzen.