Organ donation.
The gift of life.

Erwartungen an die Transplantationszentren – Erwartungen an die Transplantierten

Zusammenfassung des Protokolls über das Podiumsgesprächs

Frau Dr. Fürst eröffnet das Podiumsgespräch und fordert jeden Teilnehmer auf, sich vorzustellen. Nach einer kurzen Präsentation der neusten Statistik von Swisstransplant erläutern die Teilnehmer ihre Bedürfnisse und Erwartungen. 

Teilnehmende
Frau Dr. Fürst, Moderatorin
Frau Karin Vogt, lebertransplantiert
Herr Prof. Dr. Hans-Peter Marti, Universitätsklinik für Nephrologie und Hypertonie, Direktor Transplantationszentrum Bern
Frau Karin Luginbühl, stammzellentransplantiert
Frau Sandra Ryser, lungentransplantiert
Herr Dr. Christian Benden, Oberarzt Klinik für Pneumologie & Lungentransplantations-Programm, Unispital Zürich
Herr Prof. Dr. Paul Mohacsi, Abt. Herzinsuffizienz und Herztransplantation Inselspital Bern
Herr Thomas Hunziker, nierentransplantiert
Herr Kurt Hauser, herztransplantiert
Frau Silvia Hauser, Ehefrau von Kurt Hauser


Organallokation
Die Statistik von Swisstransplant zeigt den Stand vom Jahr 2000 bis 2009. Die Anzahl Spender, so die Statistik nahm mehr oder weniger kontinuierlich ab. 2007 kam die Wende. Heute entspricht die Anzahl Spender derjenigen vom Jahr 2000. Man hofft, dass der Aufwärtstrend, welcher 2007 begonnen hat, anhält. Zunehmend von Bedeutung, so Prof. Hans-Peter Marti, sind die Regionalspitäler, welche zwar aufs einzelne Spital bezogen nicht viele Spender haben, aber einen willkommenen Anteil ans ganze liefern.

Bedürfnisse und Erwartungen

Die Transplantierten wünschen sich ein „Götti-Prinzip“, bei welchem bereits transplantierte Menschen die Patienten auf der Warteliste und nach dem Eingriff begleiten. Dies scheint aufgrund des Datenschutzes schwierig. Prof. Mohacsi verspricht sich für eine Lösung zu engagieren, weist aber auf Notfallsituationen hin, welche ein rasches Handeln verlangen und ein Gespräch mit einem erfahrenen Patienten aus zeitlichen Gründen unmöglich mache. Allgemein, so der Tenor der Transplantierten habe man mit diesem Prinzip gute Erfahrungen gemacht.

Es wird angeregt eine Hotline einzurichten, damit sowohl Patienten als auch Angehörige mit transplantierten Personen in Kontakt treten können.

Die Besprechung mit dem Arzt sollte in einem geschützten Bereich stattfinden, so der Wunsch der Organempfänger. Es sei unangenehm, wenn der Bettnachbar alles mitbekomme. Der geschützte Bereich stehe leider nicht immer zur Verfügung, es werde aber versucht, wann immer möglich, dem Wunsch Beachtung zu schenken, so die Ärzte.

Der häufige Ärzte-Wechsel belastet viele Transplantierte. Die Kommunikation unter den Ärzten sei unabdingbar. Ein gewisses Verständnis der Situation sei aber angebracht. Das Inselspital setze Software ein, welche der Weitergabe von wesentlichen Patientendaten unter den Ärzten sicherstelle. 

Es wird festgestellt, dass die häufigen Untersuchungen als belastend empfunden werden. Die Ärzte versuchen diese so angenehm als möglich zu machen. Sie seien aber zur Kontrolle des Transplantats unumgänglich.

Schlussrunde
Die Ärzte nehmen das Bild eines vollen Hörsaals mit interessierten Menschen mit. Sie versprechen die Ansätze mit dem Team zu besprechen und danken für die interessante Diskussion.

Die Transplantierten werben für gegenseitige Toleranz. Denn aus einem begabten Assistenzarzt könne ein begnadeter Professor werden.