Organ donation.
The gift of life.

Psychologische Aspekte von Transplantierten und Angehörigen

Zusammenfassung

In psychosozialen Studien wurde nachgewiesen, daß sich die Lebensqualität von Patienten nach einer Organtransplantation deutlich verbessert und stabil bleibt. Bestimmte Lebenseinstellungen (z.B. Optimismus oder die Zuversicht, eine Belastung gut bewältigen zu können) bilden dabei günstige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewältigung der Transplantation. Diese Ergebnisse sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß nach einer Transplantation auch psychische Probleme auftreten können. In diesem Fall ist es wichtig, daß der Betroffene sich nicht zurückzieht, sondern Hilfe sucht und sich mit seiner Situation auseinandersetzt.


Bei den Angehörigen von Transplantationspatienten ist bekannt, daß diese häufig psychisch belastet sind; diese Belastung kann sich nicht nur in seelischen, sondern auch körperlichen Beschwerden zeigen. Oft entspricht das Beschwerdebild einem sog. "Burnout-Syndrom", das mit Gefühlen der Erschöpfung und Überforderung einhergeht. Burnout-Zeichen sollten frühzeitig erkannt werden, und hilfreiche Maßnahmen betreffen sowohl äussere, z.B. organisatorische wie auch innerseelische Entlastungen und Veränderungen.


Fazit: Eine Organtransplantation führt normalerweise zu einem deutlichen Anstieg der Lebensqualität. Sollten psychische Probleme auftreten, ist es sinnvoll, diese frühzeitig zu thematisieren und unter Umständen mit professioneller Hilfe zu lösen. Angehörige sollten auf Burnout-Zeichen achten und im Falle ihres Auftretens entsprechende Veränderungen anstreben.

 


Kontakt: PD Dr. Lutz Götzmann, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Psychosoziale Medizin, Universitätsspital Zürich, Haldenbachstrasse 18, 8091 Zürich; email: lutz.goetzmann(at)usz.ch.