Organ donation.
The gift of life.

Lebensgestaltung nach Transplantation – eine neue Chance

Zusammenfassung des Podiumgesprächs am 4. Symposium für Transplantierte 2007

 

Das Leben nach einer Transplantation ändert sich. Man nimmt Abschied von seinem alten, kranken Organ, damit man das neue, gesunde Organ empfangen kann. Das Abschiednehmen bzw. Loslassen dauert bei jedem Organempfänger unterschiedlich lange, aber am Tag der Transplantation wird es Realität.

 

Frau Vogt (leber-), Herr Keller (herz-) und Herr Wisson (lungentransplantiert), die an diesem Podiumsgespräch offen Fragen zum Thema "Lebensgestaltung nach Transplantation - eine neue Chance" beantworten, beschreiben, dass in diesem Moment der Transplantation die Gedanken an den Organspender und dessen Angehörige stark spürbar waren. Gefühle der Trauer, aber auch der Dankbarkeit dem Spender gegenüber vermischten sich mit der Gewissheit, dass ohne ein neues Organ das eigene Leben nicht mehr lange dauern würde.

 

Diese Chance wurde von Allen als grosses Glück empfunden. Es ist nicht mehr die Krankheit die im Vordergrund steht und den Alltag prägt. Viel mehr sind es kleine Dinge, wie das Treppensteigen ohne Atemnot, Wandern gehen oder sich einfach wieder Familie und Freunden widmen zu können, die zu neuer Lebensqualität führen.

 

Endlich darf man wieder Zukunftspläne schmieden, Ferien buchen, sich in der Arbeitswelt behaupten oder sich gar neu orientieren - endlich sind die Kräfte und die Energie für einen solchen Schritt wieder da.

 

Im Wissen, dass es zu Rückschlagen, evtl. sogar Spitalaufenthalten kommen kann, wird dem neuen Leben Sorge getragen. Schließlich heisst Lebensgenuss Leben und geniessen - aber alles mit gesundem Menschenverstand.

 

Ein neues Organ verändert nicht den Menschen als solchen, aber die Erfahrung zeigt, dass die Umgebung Veränderungen wahrnimmt. Einerseits wird bemerkt, dass das Leben des Organempfängers an Wert gewinnt, weil er vieles mehr geniessen kann, die Energie und Möglichkeit hat, vieles wieder oder neu zu tun. Andererseits wird dem neuen Leben mehr Wert beigemessen. Ziele werden neu gesteckt, Prioritäten neu gesetzt, Momente der Ruhe, Nachdenklichkeit und der Besinnung kehren ein.

 

"Westlich geht die feuerrote Sonne unter und östlich erscheint schon der dunkelgelbe Vollmond - eine Lichtspenderin und ein Lichtempfänger gleichzeitig ...

 

Irgendwo blinzelt noch ein kleiner Stern - ist es wohl ein Lichtspender oder ein Lichtempfänger? Völlig egal -" (Zitat aus: "Der Vollmondgarten - Ein paar Gedanken durch die Blume", Katrin Vogt)