Organ donation.
The gift of life.

Sexualität und Schwangerschaft

Die Verhütung einer Schwangerschaft muss je nach transplantiertem Organ unterschiedlich erfolgen. Die individuell beste Lösung wird deshalb bereits während der Abklärungen zur Operation mit zukünftigen Organempfängerinnen besprochen. 

 

Die Anzahl Schwangerschaften von Transplantierten ist relativ gering. Da grosse Herzprobleme im überwiegenden Anteil erst nach der Menopause auftreten, sind werdende Mütter mit einem Spenderherz wenig dokumentiert. Besser ist die Situation bereits bei Leberempfängerinnen; Auf das grösste Zahlenmaterial kann bei nierentransplantierte Frauen zurück gegriffen werden. Jede 50 Nierenempfängerin wird demnach Mutter. Es wurden weltweit über 140'000 dieser Schwangerschaften dokumentiert. Dabei verfügen die USA, GB und Japan über die grössten Register. Sind die ersten 12 Wochen überschritten, kann mit 95%-iger Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die Schwangerschaft zu einem guten Ende kommt. 

 

Transplantierte, werdende Mütter gehören in die Kategorie der Hochrisikoschwangerschaften und werden an den grossen gynäkologischen Zentren dem entsprechend in ein dichtes Netz von Kontrollen eingebunden. Bei einem Drittel aller Fälle muss mit einer Frühgeburt gerechnet werden. Todgeburten, Spontanaborts oder Fehlbildungen sind jedoch die Ausnahme.

 

Den transplantierten Frauen mit Kinderwunsch sind nachfolgende Empfehlungen vor Einritt einer Schwangerschaft empfohlen:

  • Frühestens 2 Jahre nach Transplantation
  • Gute allgemeine Gesundheit
  • Keine Proteinurie
  • Gut eingestellte Hypertonie
  • Kein Hinweis auf Abstossung des Organs
  • Kreatininspiegel von max. 180µmol/l
  • Immunsupressionstherapie unbedingt beibehalten!!!

 

Erfreulicherweise sind Kinder von nierentransplantierten Frauen nicht häufiger fehlgebildet, als der restliche Durchschnitt der Bevölkerung. Langzeitfolgen, bedingt durch die Aufnahme von Immunsuppressiva im Mutterleib konnten bisher nicht dokumentiert werden. Da diese Medikamente aber in der Muttermilch nachweisbar sind, wird allgemein vom Stillen abgeraten.

 

Die Entscheidung zum Risiko muss letztlich das Paar selber treffen. Die Spezialisten können nur Empfehlungen abgegeben. Im Hinblick auf die Langzeitprognose der zukünftigen Mutter ist realitätsbezogen zu bleiben.

 

Zusammenfassung von ms