Organ donation.
The gift of life.

Neue Erkenntnisse in der Infektiologie in der Schweizerischen Transplantationskohortenstudie www.stcs.ch

Die nach einer Transplantation notwendige Abstossungsbehandlung führt zwingend zu einer Schwächung des Abwehrsystems, was zu einer erhöhten Anfälligkeit für verschiedene Arten von Infektionen führt. Neben den schon bekannten Infektionen waren die Pioniere auch mit seltenen Infekten konfrontiert, die bei Immungesunden praktisch nie auftraten. Diese Erkenntnisse führten zum Konzept der drei Phasen. 

Die erste Phase ist der erste Monat nach Transplantation, wo es vor allem zu typischen Infektionen kommt, die man auch nach anderen grösseren Eingriffen sieht. Die zweite Phase dauert startet ca. ein Monat nach Transplantation und dauert bis ungefähr sechs Monate, andere rechnen ein Jahr. In dieser Phase ist die Immunsuppression am stärksten, und wir sehen gehäuft sogenannte opportunistische Infektionen, also Infektionen, die die Schwäche der Abwehr ausnützten. Nach einem Jahr, bei gutem Verlauf, sehen wir eher wieder die typischen Infektionen, die man auch bei Immungesunden sieht, wobei eine gewisse Abwehrschwäche natürlich immer bestehen bleibt, solange die immunsupprimierenden Medikamente genommen werden.

Diese Phasen waren extrem wichtig, weil man damit auch die Prävention, also die Verhinderung, und die Diagnose dieser Infektionen verbessern konnte. In der Tat haben verschiedene Strategien dazu geführt, dass solche seltenen Infektionen nicht mehr so häufig auftreten. 

Die Schweizerische Transplantationskohortenstudie schliesst seit 2008 die allermeisten Patienten nach einer Transplantation ein. Diese Daten erlaubten es nun, die genaue Situation in der Schweiz detailliert zu untersuchen. Die Genauigkeit und die Dichte der Daten ist in dieser Kohortenstudie ausgezeichnet und erlaubte ein präzises Abbild der Realität. Dabei konnte gezeigt werden, dass in der Tat die opportunistischen Infektionen, also die eher seltenen Infektionen, eher abnehmen, während die bakteriellen Infektionen mit an sich auch bei Immungesunden bekannten Erregern, dominieren.

Diese Erkenntnisse werden es erlauben, die Prävention und die Diagnose dieser Infektionen noch weiter zu verbessern, und damit diese gefürchtete Komplikation noch besser in den Griff zu bekommen.

Die Probensammlung ermöglicht es die Rolle der Genetik für das Auftreten spezieller Infektionen zu untersuchen: Wieso treten bestimmte Infektionen nur bei gewissen transplantierten Personen auf, wenn doch alle eine Abwehrschwäche aufweisen?

Hier konnte man mit Daten der STCS aufzeigen, dass eine genetische Variante das Auftreten von Pilzinfektionen begünstigt.

Das Ziel dieser Forschung ist es, in Zukunft individueller auf jede einzelne transplantierte Person einzugehen, also gewissermassen eine massgeschneiderte Therapie und Prävention einzusetzen. Die nach einer Transplantation notwendige Abstossungsbehandlung führt zwingend zu einer Schwächung des Abwehrsystems, was zu einer erhöhten Anfälligkeit für verschiedene Arten von Infektionen führt. Neben den schon bekannten Infektionen waren die Pioniere auch mit seltenen Infekten konfrontiert, die bei Immungesunden praktisch nie auftraten. Diese Erkenntnisse führten zum Konzept der drei Phasen.

 

Die erste Phase ist der erste Monat nach Transplantation, wo es vor allem zu typischen Infektionen kommt, die man auch nach anderen grösseren Eingriffen sieht. Die zweite Phase dauert startet ca. ein Monat nach Transplantation und dauert bis ungefähr sechs Monate, andere rechnen ein Jahr. In dieser Phase ist die Immunsuppression am stärksten, und wir sehen gehäuft sogenannte opportunistische Infektionen, also Infektionen, die die Schwäche der Abwehr ausnützten. Nach einem Jahr, bei gutem Verlauf, sehen wir eher wieder die typischen Infektionen, die man auch bei Immungesunden sieht, wobei eine gewisse Abwehrschwäche natürlich immer bestehen bleibt, solange die immunsupprimierenden Medikamente genommen werden.

Diese Phasen waren extrem wichtig, weil man damit auch die Prävention, also die Verhinderung, und die Diagnose dieser Infektionen verbessern konnte. In der Tat haben verschiedene Strategien dazu geführt, dass solche seltenen Infektionen nicht mehr so häufig auftreten. 

Die Schweizerische Transplantationskohortenstudie schliesst seit 2008 die allermeisten Patienten nach einer Transplantation ein. Diese Daten erlaubten es nun, die genaue Situation in der Schweiz detailliert zu untersuchen. Die Genauigkeit und die Dichte der Daten ist in dieser Kohortenstudie ausgezeichnet und erlaubte ein präzises Abbild der Realität. Dabei konnte gezeigt werden, dass in der Tat die opportunistischen Infektionen, also die eher seltenen Infektionen, eher abnehmen, während die bakteriellen Infektionen mit an sich auch bei Immungesunden bekannten Erregern, dominieren.

Diese Erkenntnisse werden es erlauben, die Prävention und die Diagnose dieser Infektionen noch weiter zu verbessern, und damit diese gefürchtete Komplikation noch besser in den Griff zu bekommen. 

Die Probensammlung ermöglicht es die Rolle der Genetik für das Auftreten spezieller Infektionen zu untersuchen: Wieso treten bestimmte Infektionen nur bei gewissen transplantierten Personen auf, wenn doch alle eine Abwehrschwäche aufweisen?

Hier konnte man mit Daten der STCS aufzeigen, dass eine genetische Variante das Auftreten von Pilzinfektionen begünstigt.

Das Ziel dieser Forschung ist es, in Zukunft individueller auf jede einzelne transplantierte Person einzugehen, also gewissermassen eine massgeschneiderte Therapie und Prävention einzusetzen.

 

Prof. Dr. Nicolas Müller