Organ donation.
The gift of life.

Symposium 2015

Die Themen

Das Transplantationsgesetz gestern, heute, morgen
Frau Dr. Yvonne Gilli

Übergewicht und Adipositas nach Organtransplantation - Grund zur Sorge?
Frau Sonja Beckmann

Schmerz und Psyche
Herr Dr. Niklaus Egloff

Move your life , Ihr Schritt zum Erfolg
Herr Otto J. Binggeli

Rückblick aufs Symposium 2015

Zahnis Rückblick auf das 11. Symposium für Transplantierte

 

Letzthin sagte mir ein lieber Lauffreund, der an Knochenkrebs, (Myelom) er­krankt ist, er sei vermutlich der „Gesündeste Kranke“! Für mich eine wunder­bare, lebensbejahende, dem Gesunden zugewandte innere Einstellung.

 

Wie hilfreich das sein kann, kam durch den höchst interessanten Vortrag „Schmerz & Psyche“ von Dr. Niklaus Egloff zum Ausdruck. Rhetorisch gekonnt, fachlich fundiert und sehr anschaulich dargestellt, machte er uns allen klar, dass Schmerzen auch immer eine Angelegenheit der Psyche sind. Zudem ist das Schmerzempfinden für jeden Menschen sehr unterschiedlich. An Experimenten mit Mäusen konnte man klar beweisen, dass unter anderem Stress und widrige psycho-soziale Rahmenbedingungen das Schmerzempfinden signifikant erhöhen. Häufig ist es sehr hilfreich, in der Form von „trotzdem, erst recht“, gut dosiert und angepasst Gegensteuer zu geben. Musik hören, fischen, gemeinsam singen, sich den Schmerz von der Seele schreiben können helfen, diese Beschwerden erträglicher zu machen. Kurzum, positive Erlebnisse und sich viel bewegen sind schmerzdämpfend und können Linderung bringen.

 

Wie wichtig Bewegung und Ernährung für unser Wohlbefinden und unsere Ener­giebilanz ist, brachte Sonja Beckmann vom USZ in sehr lebendiger Form zum Ausdruck. Viele Transplantierte sind einfach zu dick, was sich bekanntlich unter anderem vor allem bezüglich Diabetes 2, Bluthochdruck und Herz-Kreislaufprob­lemen negativ auswirkt. Umso verwunderlicher war es zu hören, dass bezüglich einer Studie, die Transplantieren mehr Sport treiben als die Durchschnittsbevöl­kerung. Vermutlich spiegelt diese Studie vor allem die diesbezügliche Anfangs-Euphorie nach einem zweiten geschenkten Leben, und die Freude an der Bewe­gung verliert dann bekanntlich bei vielen relativ rasch an Schwung und Aus­dauer.

 

Eine etwas  trockenere Materie brachte uns Frau Dr. Yvonne Gilli näher. Es war interessant „aus erster Hand“ zu hören, wie sich die Transplantations-Gesetzge­bung historisch gesehen entwickelt hat und wohin dieser Weg möglicherweise in der Zukunft gehen wird.

 

Dank der gekonnten Moderation unseres Präsidenten Marcel Steiner flossen diese Übergänge zwischen den einzelnen Themenblöcken harmonisch ineinander, und er verstand es auch eine fadere Thematik zu würzen. Dank ihm wurden die Zu­hörer bei den anschliessenden Diskussionen aus der Reserve gelockt und all­fäl­lige „Vielredner“ etwas gedämpft.

 

Und schlussendlich kam dann noch vor dem Mittagessen Otto Binggeli, um uns alle zu empowern. Mit etwas handgestrickten, wohl gut gemeinten, psychologi­schen Rezepten, versuchte er uns die „richtige Lebenseinstellung“ einzuhauchen. Bestimmt ist ihm das nicht in der ganzen Tiefe gelungen, aber Appetit gab es allemal und der eine oder die andere hat bestimmt ein Häppchen "Lebensphilo­sophie" von „Ottos Warenposten“ mitgenommen.

 

Nun, viele von uns gingen reich beschenkt nach Hause, nicht zu vergessen die vielen sozialen Kontakte, neue Bekanntschaften, das Wiedersehen mit etlichen bekannten, lieben Gesichtern, die kulinarischen Freuden bei den grosszügigen Zwischenverpflegungen und dem Mittagessen und last but not least auch die fachlich sehr wertvolle „Kost“.

 

Bleibt zum Schluss noch die Frage machen uns diese Vorträge gesünder, ge­sundheitsbewusster oder vielleicht gar kränker? Oder in anderen Worten, kom­men die einen als gesunde Transplantierte und gehen mit einem Rucksack voll­gepackt mit allen möglichen Nebenwirkungen nach Hause? Oder auch umge­kehrt, indem sich mögliche Ängste und Unsicherheiten nun aufgelöst haben. Diese wichtige Frage muss jeder und jede für sich allein beantworten. Und sofern die unbeschwerte Lebensfreude, die gute und auch wertvolle Leichtigkeit des Le­bens zu kurz kamen, gibt es ja noch die diversen Herbsttreffen unseres Vereins – sozusagen als Komplementärveranstaltungen -, um dann den anderen „Lebens­tank“ auch noch zu füllen.

 

Uster, den 31. Januar 2016; Mathias Zahner, alias Zahni, „Vereinshofnarr“